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Die Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten WillensDie Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten Willens

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Vedanta

Das Vedanta befasst sich mit der Selbstverwirklichung der höchsten Natur der Wirklichkeit (Brahman). Es lehrt, es sei das Ziel des Gläubigen, die Begrenzungen der Selbstidentität zu transzendieren und die Einheit mit dem Brahman zu verwirklichen.

Vedanta bezeichnet ursprünglich das Ende oder auch den Höhepunkt der Veden, bezieht sich aber später auch auf die Upanishaden (Geheimlehren), die sich aus den Brahmanas (Ritualtexten) entwickelten.

Im indischen Mittelalter wurde jede der sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie, deren Disziplin sich auf die Upanishaden gründet, ebenfalls Vedanta genannt.

Die Upanishaden(Geheimlehren) galten als „Vedanta“ oder Ende des Veda.

Advaita Vedanta
Brahma satyam jagan mithya, jiva-brahma iva-na param - die einzige Wirklichkeit ist Brahman(Advaita-Vedanta).

Das moderne Advaita-Vedanta wurde von Shankara und seinem Guru Gaudapada weiterentwickelt und wegen der  ins Vedanta eingeschlichenen Fehler bezüglich des Selbstes korrigiert. Es betont, dass die Welt eine reine und zudem unerklärliche Illusion sei und verkennt leider, dass die Maya die materielle Ursubstanz und nicht nur die Erzeugerin der Weltillusion ist, selbst wenn Shankara von den 5 Schalen um den Purusha spricht.

Adi Shankara lehrt die vier Elemente, darüber das Akasha, und alles darüber fasst er unter dem Sammelbegriff BRAHMAN zusammen. Shankara sagt in den Yoga Sutras: "AUM ist der Name des höchsten Gottes" (auch : 'Om ist das höchste Brahman' : Svetasvatara Upanishad 1:7), womit er nicht vom Satyaloka (Parabrahman) sprechen kann.

Es gibt im Hinduismus zahllose Schriften und Auslegungen der Sutras und Upanishaden von Weisen, die oft eher Schriftgelehrte als echte Meister waren, welche früher kaum Bücher schrieben. Die Überlieferung erfolgte zumeist mündlich und zudem meistens per Einweihung.

Die 'Mundaka Upanishad' sagt : Om. Brahma, der Schöpfer des Universums und Erhalter der Welt war der erste unter den Göttern. Er belehrte seinen ersten Sohn Atharva über das Wissen des Brahman, der Grundlage allen Wissens : 'Du kannst nicht das Wissen der höchsten Seele mit dem Mitteln der Vernunft, Gelehrsamkeit oder durch das Studium der Veden erlangen; Wer vom Atman ausgewählt ist Atman - von ihm allein wird der Atman erreicht. Es ist der Atman, der dem Sucher seine wahre Natur offenbart.'

Die alten indischen Schriften unterscheiden dabei deutlich zwischen einem Brahmanen, der die Fähigkeiten eines Brahmanen besitzt und einem nur geschulten Brahmanen, der nur die äussere Ausbildung hat.

Seit den Upanishaden steht das Wort Brahman für das Absolute, also für das, was unwandelbar bleibt. Es behielt jedoch daneben seine ursprüngliche Bedeutung als des "heiligen Wortes" bei.
Teilweise gibt es Interpretationen, in denen sogar das Brahman mit dem Atman gleichgesetzt wird. Über dem Atman sind aber der kosmische  Ishvara und noch höhere göttlichere Welten. Ishvara ist Nirguna-Brahman.

Das Problem ist, dass hier über individuelle spirituelle Erlebnisse gesprochen wurde, und dass die Überlieferung mündlich erfolgte und sich miteinander konkurrierende Schulen bildeten.

Die genauen Zusammenhänge kann eigentlich nur ein echter Meister genau verstehen. Es existieren  daher vage Begriffe wie Adi Parashakti und Para Brahman.

Das kashmirisch-shivaistische Weltbild bietet seit Abhinavagupta ein weitaus umfassenderes Weltbild an, genau wie das spätere Radhasoami, das ebenfalls behauptet, daß der Hinduismus nur das untere Göttliche erfasst.

Zitate
Es heisst in der Prashna - Upanishad : " Fürwahr, o Satyakama , der Laut AUM ist das höhere und das niedere Brahman."
Alice Bailey erwähnt, dass die "AUM"-Meditation mit dem Nachteil verbinden ist, dass sie auch die negativen Kräfte stimuliert (U reprsentiert halt die materiellen Akasha - d.h. Maya). Die Erklärung des AGNI YOGA zum AUM, dessen ehemaliger Meister  als Meister der Hierachie ausgegeben wird, ist unsinnig: Der Buchstabe U des AUM steht z.B. nicht für das Licht oder den zweiten Strahl oder "grenzenlose Liebe" sondern für die stofflichen Akasha, Maya und damit auch das Karma !

'Verehrung dem Omkara, der gibt, was immer man verlangt und auch Befreiung jenen, die immer auf den Omkara meditieren, der mit dem Bindu vereint ist.' Guru Stotra ; Gurustotram PDF - [Anm.: Befreiung ist hier Moksha, die Befreiung aus den 4 unteren Welten]

'AUM, Diese unvergängliches Wort ist das Universum. Es wird erläutert, als die Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, alles ist das Wort AUM. Auch was die dreifache Zeit überschreitet ist AUM. Alles hier ist Gott, dieser Atman ist Gott. Dieser gleiche Atman ist vierfach.' : (Mandukya Upanishad)

'OM ist das höchste Symbol Gottes. OM ist das ganze, OM bestätigt ; OM gibt ein Zeichen. Beim Singen der Hymnen der Vedas beginnt der Priester mit OM; spirituelle Lehrer und ihre Schüler beginnen sie mit OM. Der Schüler, der fest im OM verwurzelt ist, wird eins mit dem Gott der Liebe.' (Taittiriya Upanishad )

Kala Hamsa, der "Vogel" oder Schwan (Vide No. 11) : So sagt die Nada-Bindu Upanishad (Rig Veda) übersetzt von der Kumbakonam Theos. Society -- 'Die Silbe A entspricht seinem (des Vogel Hamsa's) rechten Flgel , U, seinem linken , M, seinem Rumpf, und das Ardha-matra (half metre) wird seinem Kopf zugeordnet.'

Der 'Hamsa' ist aber eigentlich die Gans(wie sie auch im Hatha-Yoga bekannt ist). Erst der 'Soham' ist der hinduistische weisse atmische Schwan der höheren "Töne" oder Schwingungen. Das AUM ist ja auch nicht die höchste Schwingung, weshalb Guru Nanak auch das NAAM empfahl.

'Um das Wissen jenes Selbstes zu erreichen, musst Du das Nicht-Selbst aufgeben, das Sein für das Nicht-Sein, und dann kannst Du Platz nehmen zwischen den Flügeln des "Grossen Vogels".
Oh, süss ist die Ruhe zwischen den Flügeln von dem, was nicht geboren wurde, noch stirbt, sondern das AUM durch ewige Zeitalter ist: Reite den Vogel des Lebens, wenn Du weisst wie. Gib dein Leben auf, und Du wirst leben'.(Blavatsky, Die Stimme der Stille )

'Ein vollkommener Weg der Wahrheit ist entstanden für unsere Reise zum anderen Ufer jenseits der Dunkelheit.'(Rig Veda)

Literatur
* Dr. P. Deussen : Das System des Vedanta, Leipzig 1920; Omkara; Onkara; Kala Hamsa

* Swami Vivekananda (Autor), Swami Chetanananda : Vedanta - Der Ozean der Weisheit: Eine Einführung in die spirituellen Lehren und die Grundlagen des geistigen Yoga in der indischen Vedanta-Tradition [Gebundene Ausgabe, August 2006]