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Die Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten Willens Die Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten Willens

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Kabbala

Die Kabbala gilt als die inoffizielle jüdische Mystik und interpretiert die Bibel aus spiritueller Sicht.

Der Sohar ist das bedeutendste mehrbändige Schriftwerk der Kabbala. Der Name Sohar bedeutet "Glanz" und wird auf Texte der Propheten Ezechiel (Ez 1,28; 8,2) und Daniel (Dan 2,31; 12,3) zurückgeführt.

Der Merkabah('Wagen') bzw. der  Merkavah - Mystizismus (100 BCE – 1000 CE) war eine vorkabbalistische Schule, die sich auf Visionen des Buches Ezekiel Kap. 1 und der Heichalot - Literatur bezüglich der himmlischen Paläste, des Thrones Gottes und der sieben Himmel konzentrierte, die schon im Henochbuch 2 erwähnt werden.

Diese sog. Heichalot(Hekhalot : himmlische Orte) beinhalten einige größere Texte wie 

und daneben eine Vielzahl kleinerer Texte.

Andere wichtige kabbalistische Bücher sind das Sepher Ha-Bahir, das die Sephirot beschreibt, das bedeutende Sepher Jezirah, das 'Buch der Schöpfung' (Jah Jahve Sebaoth : Jesaja 6.3), das Pardes Rimonim, die Clavicula Salomonis und das Sepher Raziel HaMalach(Buch Raziels des Engels).

Daneben gibt es ein Reihe von Schriften zum Teil gegensätzlicher kabbalistischer Strömungen wie die ekstatische und die theosophische Richtung der älteren Kabbala.

Seit Pico della Mirandola (15. Jh.) entwickelte sich daneben eine christliche Kabbala(Cabala) und eine hermetische Kabbala(Qabalah).

Der Sohar erkennt für die biblische Exegese vier (72) Stufen des Verständnisses:

  1. der wörtliche Text (Literalsinn, hebr. pschat)
  2. die übertragene Bedeutung (Allegorie, hebr. remez)
  3. die Bedeutung im Leben (Auslegung, Auskunft, hebr. drasch)
  4. die mystische Bedeutung (Geheimnis, hebr. sod)

Ziel der Kabbalisten war die Entwicklung des Adam Kadmon, des vergöttlichten sephirotischen Menschen, den das Sepher Ha-Bahir beschrieb. Das Hauptmittel war neben einer Lebensführung die Buchstabenmystik der Gottesnamen. Nach der Kabbala kann der Mensch allerdings nicht mit dem EN-Soph eins werden.


 Ein kurzer Auszug aus dem Sepher Jesirah von Lazarus Goldschmidt Frankfurt am Main, Kauffmann, 1894 -( Nachdruck bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt, 1969)

Abschnitt I
In zweiunddreissig verborgenen Bahnen der Weisheit zeichnete Jah Jahve Sebaoth , der Gott Jisraels, der lebendige Gott und König der Welt, der allmächtige, barmherzige und gnädige Gott...... Er erschuf seine Welt durch drei Zählerprinzipien : Zahl, Zähler und Gezähltes.

Abschnitt II
Zehn Zahlen ohne etwas und zweiundzwanzig Grundbuchstaben, drei Mütter, sieben doppelte und drei einfache.
... III : 22 Buchstaben in einer Mauer im Kreis geordnet :....
... Nichts gibt es im Guten über 'ONG' und nichts im Bösen über 'NGA'
Zehn Zahlen ohne etwas, ihr Aussehen ist wie die Erscheinung des Blitzes, ihr Ziel ist endlos, sein Wort ist in ihnen im Hin- und Herlaufen....

Abschnitt IV
7. Auch hat Gott das Eine gegen das Andere gemacht, das Gute gegen das Böse und das Böse gegen das Gute, Gutes aus Gutem und Böses aus Bösem. Das Gute unterscheidet das Böse, und das Böse unterscheidet das Gute. Gutes ist aufbewahrt für die Guten und Böses für die Bösen.

Abschnitt IX
Zehn Zahlen ohne etwas. Ihr Maß ist zehn, sie sind aber grenzenlos. Es gibt eine Dimension des Anfangs und des Endes, eine Dimension des Guten und eine Dimension des Bösen,....
Zehn Zahlen ohne etwas. Ihr Erscheinen ist wie ein Blitz. Ihr Ziel ist endlos. SEIN Wort ist in Ihnen beim Hin- und Herlaufen.
EINS - der göttliche Geist. Bereit ist sein Thron seit jeher. Gebenedeiet und gepriesen ist sein Name, der da in alle Ewigkeiten fortlebt, ewig und immer dar.
Stimme, Geist und Wort, das ist der Geist des Heiligen. Sein Anfang hat keinen Beginn und sein Ende hat keine Grenze.

Abschnitt XIII
Er wählte drei Buchstaben aus den einfachen (das Geheimnis der drei Mütter A-M-Sch) und setzte sie in seinen grossen Namen und versiegelte mit ihnen die sechs Enden.
Fünf, er versiegelte die Höhe, wandte sich aufwärts und versiegelte sie mit J.H.V....usw.


Den kompletten Text des " Sepher Jezirah " entnehmen Sie bitte meiner Webseite oder dem Web.

Die 22 Buchstaben der Thora sind fest mit den 22 Bewusstseinsstufen der Tarotkarten verbunden.

Der sog. Schem ham-meforasch als spirituelle Synthese aller Schwingungen ist natürlich auch geistig nicht aussprechbar sondern nur erfahrbar genau wie der indische Nada.

Kabbalistische Buchstabenkombinationen wie "ONG - NGA", die für das Gute und das Böse stehen, - und damit auch andere dubiose und geistig zerstörerische quabbalistische Formeln - symbolisieren die verschiedenen Kräfte der Schöpfung, die sich durch ihre Schwingungsart unterscheiden, in ihrem Urbild.

Nach der Kabbalah wirkt das Gute in den Sephiroth(Kerne) und das Böse in den Qlippoth(Schalen), mit denen die Schöpfung aufgebaut ist.

  Hinduismus :

Vergleichbar mit dem Schem (Tetragrammaton) sind der Logos und der hinduistische Shabda des Ishvara Tattwa (Omkara, Nada). Auf der tieferen buddhischen Ebene existiert dort ein mayabehafteter Pranava-Strom als in Schwingung versetzte Maya - Äther, die an der Bildung der Schalen mitbeteiligt ist. Er ist  nicht relativ vollkommen wie der Shabda oder Logos, und so gibt es auf dieser Ebene gute und böse Kräfte (Qlippoth ; Schalen) Kräfte, die von Shankara erwähnten Schalen um den Purusha.

Im indischen Mahabharata ist eine "Nâga" eine Schlange oder negative Kraft, deren allegorischer Erzfeind der Garuda ist, der oft mit einer Schlange in seinen Klauen dargestellt wird :
Mantras mit der Endung "NGA" sind z.B. in Indien unbekannt.

Die obige kabbalistische Silbe "Ong" ist in Indien dort durchaus bekannt. (Ong namo). Ein wahrer Meister vergibt nicht solche Mantras - wohl 'ong namo'.

Hrim und Hring sind  traditionelle indische Mantrams, die auf diese Maya-Kraft einwirken. Hiram ist der salomonische Baumeister(Hjrm). Das indische "Sonnengebet"(Surya Namaskar) verwendet Mantras wie Hrim, Hraum, Hrum und Hraim. Diese haben also Wirkung auf die niederen Ebenen.

Auch die Reihenfolge der Buchstaben ist von Bedeutung, wie bei "MA"( MARA <-> RAMA ; UMA <-> AUM). Das Sepher Jezirah bespricht dementsprechend alle Kombinationen von JHV bis VHJ.


Solche sprachlichen Betrachtungen lassen sich im Wesentlichen nur auf die althebräische Sprache anwenden sowie auf das alte Sanskrit, die Sprache der Götter.

Gott erschuf die Welt nach der Kabbala durch drei Zählprinzipien. Jegliche Wissenschaft endet also an einer bestimmten Grenze, wo es keine Einheiten mehr gibt. Dort ist eine für die Vernunft nicht mehr erfassbare Welt, da sie keinen Masstab für das Unendliche hat. Darunter herrschen die mathematisch erfassbaren Naturgesetze, die aber über die bekannte Mathematik hinausgehen.

Dem momentanen Menschen fehlt aber der intuitive Intellekt, um die oberen Welten auch nur ansatzweise mathematisch zu erfassen, die er ja auch gar nicht kennt und daher nicht modellieren kann - aber  gerne vereinnahmen würde.


Das Sepher Jezirah spricht von einem barmherzigen und gnädigen Gott "Jah Jahwe Zebaoth", der dem indischen Ishvara entspricht. Allerdings beschreibt zB. die Johannes - Apokalypse Gott anders : "Niemand konnte bestehen vor dem Zorne des Lammes und dessen, der auf dem Throne sass".

Das Göttliche erzeugt eben doch auch die Kraft des Zornes (bzw. die hinduistische  Maya -Kraft), und das Böse ("nga") wurde dadurch miterschaffen.

Auch das "Alte Testament" stellt fest : "Fürchtet den Herrn, denn er ist gross und mächtig."  In den kabbalistischen Schriften wird auch einzig Quodesch, der Heilige, als gütiger und gnädiger Herrscher beschrieben.

Zur Kabbalah gibt es neben dem "Sohar" mit der "Kleinen Versammlung"(Idra Sutta) und der "Grossen Versammlung"(Idra Rabba) beispielsweise auch die Bücher von Eliphas Levi wie "Transzendentale Magie" und Knorr von Rosenroth (Kabbalah Denudata), und nicht zuletzt aus neuerer Zeit das unschätzbare Buch von Franz Bardon : "Der Schlüssel zur wahren Quabbalah".